Berufliche Bildung: Studierende im Dialog mit Praktikern

Die Landtagsabgeordneten Max Deisenhofer (Grüne) und Klaus Steiner (CSU) zu Gast an der TUM

Wie funktioniert bayerische Landespolitik? Im Dezember 2022 diskutierten diese Frage die Studierenden des Seminars „Föderalismus in der BRD“ mit den beiden Abgeordneten, die auf Einladung des wissenschaftlichen Mitarbeiters Richard Schenk das Seminar besucht haben. Herr Max Deisenhofer MdL, Mitglied des Ausschusses für Bildung und Kultus, zeigte zunächst die aktuellen Herausforderungen der bayerischen Bildungspolitik aus der Perspektive eines Berufsschullehrers, der später in den Bayerischen Landtag wechselte. Fruchtbar war auch der Austausch mit Herrn Klaus Steiner MdL, Mitglied der Ausschüsse für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Umwelt und Verbraucherschutz, der in seinem Gastvortrag den ca. 10 Teilnehmenden das Thema Agrar- und Umweltpolitik näher brachte.

 

Das Seminar „Föderalismus in der BRD“ hat als Anspruch, Kenntnisse des föderalen Systems nicht nur zu vermitteln, sondern diese auch auf konkrete Politikfelder sowie politische Institutionen anzuwenden. Daher umfassten die beide Gastvorträge jeweils ein Politikfeld und verglichen ebenfalls die unterschiedlichen Perspektiven von Regierung und Opposition. Sie fanden in Präsenz in den Räumlichkeiten der TUM statt und umfassten ein Impulsvortrag des Gastes, welches dann in eine offene Diskussion mit den Studierenden übergeleitet wurde.

 

Herr Max Deisenhofer machte am 9. Dezember den Auftakt. Ausgehend von seinem Impulsvortrag entwickelte sich schnell eine lebendige Debatte um die Zukunft der beruflichen Bildung. Nicht nur der demografische Wandel, sondern auch die zunehmende Akademisierung der Gesellschaft würden die duale Bildung unter Druck setzen. Ausbildungsinhalte müssten modernisiert werden, damit sie in der heutigen Zeit konkurrenzfähig bleiben. Auch die Karriere als Berufsschulehrkraft steht vor großen Herausforderungen. In der Lehrerbildung plädierte er für mehr Praxisorientierung. Vielfach müssen im Alltag vielfach pragmatische Lösungen vor Ort gefunden werden können. Die lösungsorientierte Arbeit in der Kommune stünde hier im Gegensatz zur konfrontativen Politik auf Landesebene, wo sich die Stimmung seit dem Regierungswechsel auf Bundesebene sogar noch verschärft habe.

Am 16. Dezember besuchte Herr Klaus Steiner das Seminar. In seinem Impulsvortrag schilderte er, dass seine Erfahrung in der Landwirtschaft sich auch in der bayerischen Entwicklungshilfepolitik widerspiegelt. Kleinteilige und mittelständische Strukturen seien das bayerische Erfolgsrezept, welches sich auch für ein Wissenstransfer eignen würde. Ebenfalls schilderte er seinen politischen Werdegang über Gemeinde-, Kreis- und Bezirksrat hin zum Landtagsabgeordneten. Diese politische Grundausbildung zahle sich aus, was er auch an konkreten politischen Projekten in seinem Stimmkreis erläuterte: Als Bezirksrat und als Landtagsabgeordneter habe er maßgeblich an der Verbesserung der Gesundheitsversorgung mitwirken dürfen. Die Bedürfnisse der Bevölkerung vor Ort zu kennen sei für seine politische Arbeit entscheidend. Zudem müssen politische Entscheidungsträger auch von Ihrem Lebensweg her die Bürgerschaft repräsentieren können.

Somit wurde bei beiden Gastvorträgen im Seminar deutlich, dass Politik vielfach nicht aus dem Verkünden von großen Ideen besteht, sondern auch aus mühevoller Kleinarbeit vor Ort. Ein politisches System muss daher auch diese Kleinarbeit ermöglichen und unterstützen.

Berufliche Bildung: Studierende im Dialog mit Praktikern

Die Landtagsabgeordneten Dr. Fabian Mehring (Freie Wähler) und Matthias Fischbach (FDP) zu Gast an der TUM

Die Studierenden des Seminars „Föderalismus in der BRD“ waren am 8. Juli 2022 gefordert: In der Diskussion mit zwei Landtagsabgeordneten durften Sie Ihre Kenntnisse unter Beweis stellen. Die ca. 15 Teilnehmenden aus den Studiengängen Berufliche Bildung trafen auf die Praktiker aus der bayerischen Landespolitik, die auf Einladung des wissenschaftlichen Mitarbeiters Richard Schenk das Seminar besucht haben. Herr Dr. Fabian Mehring MdL, Parlamentarischer Geschäftsführer der FW-Fraktion, stellte zunächst die Position der Regierungsfraktionen am Beispiel der bayerischen Umweltpolitik dar. Anschließend fuhr Herr Matthias Fischbach MdL, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, mit einem Gastvortrag über die Rolle der Opposition und der aktuellen Herausforderungen der Bildungspolitik fort.

 

Das Seminar „Föderalismus in der BRD“ hat als Anspruch, Kenntnisse des föderalen Systems nicht nur zu vermitteln, sondern diese auch auf konkrete Politikfelder sowie politische Institutionen anzuwenden. Daher umfassten die beide Gastvorträge jeweils ein Politikfeld und verglichen ebenfalls die unterschiedlichen Herangehensweisen von Regierung und Opposition. Sie fanden in Präsenz in den Räumlichkeiten der TUM statt und umfassten ein Impulsvortrag des Gastes, welches dann in eine offene Diskussion mit den Studierenden übergeleitet wurde.

 

Herr Dr. Fabian Mehring begann die Gastvorträge indem er schilderte, dass seine politische Arbeit immer zum Anspruch hat, an den konkreten Problemlagen der Bürger vor Ort ausgerichtet zu sein. Gerade für die Freien Wähler sei das von besonderer Bedeutung. Im Weiteren ging er ausführlich auf die Arbeit eines parlamentarischen Geschäftsführers ein, der eine zentrale Rolle im Management der beiden Regierungsfraktionen einnehme. Besondere Aufmerksamkeit widmete er auch der bayerischen Politik auf Bundes- und Europaebene, deren Einfluss seit dem Ausscheiden der CSU aus der Bundesregierung merklich zurückgegangen sei. Dadurch sei auch der „Förderband“ zwischen den politischen Ebenen beeinträchtigt, die Stimmung konfrontativer. Aber dennoch sei sein politischer Alltag vom pragmatischen Arbeiten geprägt. Die Zusammenarbeit mit den Ministerien ist vertrauensvoll; in diesem Zusammenhang stellte er auch die Arbeit der bayerischen Regierungskoalition im Umwelt- und Energiebereich dar. Der Ukraine-Krieg bleibe auf absehbare Zeit die größte energiepolitische Herausforderung.

Im zweiten Vortrag ging Herr Matthias Fischbach auf die Rolle der Opposition im politischen System Bayerns ein und stelle auch ausführlich die bildungspolitischen Positionen der FDP-Fraktion vor. Herr Fischbach ist ebenfalls parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion; seine Arbeit sei jedoch als Vertreter einer Oppositionsfraktion deutlich anders, da er nicht am Regierungsmanagement beteiligt ist. Zudem müsse er als eine der wenigen FDP-Vertreter aus Mittelfranken auch die Scharnierfunktion zwischen den Bürgern und seiner Fraktion wahrnehmen. Die Verwurzelung vor Ort sei jedoch auch für ihn prägend. Bildungspolitisch setzen die Liberalen deswegen auch auf einen Ausbau der Autonomie für Schulen und Lehrkräfte sowie auf verstärkte Digitalisierung.

Das Resümee der Gastvorträge war somit übereinstimmend: Die politische Arbeit ist geprägt von konkreten Problemen vor Ort, die auch möglichst bürgernah gelöst werden müssen.


Berufliche Bildung: Studierende im Dialog mit Praktikern

Die Landtagsabgeordneten Anna Schwamberger (Grüne) und Eric Beißwenger (CSU) zu Gast an der TUM

 

Die Studierenden des Seminars „Föderalismus in der BRD“ durften Ihre Kenntnisse des deutschen Bundesstaats im Dialog mit zwei Abgeordneten des Bayerischen Landtags unter Beweis stellen. Am 3. Dezember 2021 diskutierten ca. 15 Teilnehmenden aus den Studiengängen Berufliche Bildung mit Praktikern aus der Landespolitik, die auf Einladung des wissenschaftlichen Mitarbeiters Richard Schenk das Seminar besucht haben. Zunächst lernten die Teilnehmenden die Perspektive der Opposition kennen, die Ihnen durch Frau Anna Schwamberger MdL, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, am Beispiel der bayerischen Schulpolitik vermittelt wurde. Anschließend fuhr Herr Eric Beißwenger (CSU) MdL, stv. Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz, mit einem Gastvortrag über die aktuellen Herausforderungen der bayerischen Umweltpolitik fort.

 

Das Seminar „Föderalismus in der BRD“ hat als Anspruch, Kenntnisse des föderalen Systems nicht nur zu vermitteln, sondern diese auch auf konkrete Politikfelder sowie politische Institutionen anzuwenden. Daher umfassten die beide Gastvorträge jeweils ein Politikfeld und verglichen ebenfalls die unterschiedlichen Herangehensweisen von Regierung und Opposition. Sie fanden in Präsenz in den Räumlichkeiten der TUM statt und umfassten ein Impulsvortrag des Gastes, welches dann in eine offene Diskussion mit den Studierenden übergeleitet wurde.

 

Im ersten Gastvortrag schilderte Frau Anna Schwamberger, welche Motivation sie für Ihre aktuelle Position mitbringt und welche Stationen auf Ihrem Lebensweg sie auf diese Aufgabe vorbereitet haben. Dadurch wurde deutlich, dass Problemlagen vor Ort nicht nur der Anstoß einer politischen Karriere sein können, sondern regionale Verwurzelung die Arbeit der Abgeordneten bis heute prägt. Die Abgeordnete schilderte auch Ihre Vorstellung von grüner Schulpolitik und ging insbesondere auf die Situation an den beruflichen Schulen ein. Zum Schluss erklärte sie die Möglichkeiten der Opposition, im Landtag Alternativen zur Regierungspolitik aufzuzeigen.

Im zweiten Gastvortrag ging es von der Schulbank auf die Almwiese: Eric Beißwenger ist nämlich nicht nur umweltpolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, sondern auch selbst Bio-Bauer. Auch er beschrieb eine starke Verbindung zwischen seiner Arbeit im Umweltausschuss in München und den alltäglichen Problemlagen in seiner Heimat. Die Arbeit eines Abgeordneten der Regierungsfraktionen ist jedoch dahingehend unterschiedlich, als man nicht nur die Eingaben der Bürgerinnen und Bürger erhält, sondern auch als Scharnier zu den verantwortlichen Ministerien und der Verwaltung funktioniert. Hierbei ist eine Besonderheit, dass in der aktuellen Koalition das Umweltministerium von den Freien Wählern verantwortet wird; die Zusammenarbeit sei jedoch im politischen Alltag reibungslos, lediglich einige Themen müssten ausführlicher diskutiert werden. Im Umweltbereich würde aber der Einfluss der bayerischen Politik durch Entscheidungen auf Bundes- und europäischer Ebene zunehmend eingeschränkt.

 

Beide Gastvorträge machten deutlich: Das politische Mehrebenensystem ermöglicht im politischen Alltag pragmatische Lösungen vor Ort.


"Studierende im Dialog mit Praktikern"

19.11.2021

Studierende im Dialog mit Praktikern
Mitarbeiterinnen der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit zu Gast an der TUM SOT

Im Rahmen des Seminars Lektürekurs- ausgewählte Texte zu Parteien Wahlen und politischer Bildung statteten Alexandra Ochs und Barbara Weishaupt von der Bayerischen Landeszentrale für politische
Bildungsarbeit (BLZ) der TUM einen Besuch ab. Studierende konnten sich über die Bildungsangebote informieren und berichteten aus der Schulpraxis.

Ochs und Weishaupt informierten die Studierenden über den Auftrag der Landeszentrale, in überparteilicher Form über Politik zu informieren. Die BLZ sei in den vergangenen Jahren personell deutlich ausgebaut worden und habe ihr Angebot, gerade im digitalen Raum, sehr stark erweitert. U.a. als Reaktion auf die verringerten Präsenzveranstaltungen habe man beispielsweise interaktive Infografiken entwickelt. Die beiden Mitarbeiterinnen verwiesen zu dem auf neue Online-Planspiele und virtuelle Lernorte.

Die Studierenden, die sich im Seminar u.a. mit Wolfgang Sanders Plädoyer auseinander gesetzt hatten, dass Digitalisierung in der politischen Bildung nicht nur "mediale Aufrüstung" bedeute, sondern vor allem in einer kritischen Auseinandersetzung mit den Folgen des digitalen Wandels bestehen müsse, konnten sich davon ein Bild machen, dass die BLZ ein vielfältiges Angebot zu Medien als Lerngegenstand bereit hält. Neben Präsenzveranstaltungen wie den Schülermedientagen oder den Aktionstagen Netzpolitik und Demokratie können Lehrkräfte nun auch auf digitale Angebote für den Schulunterricht zurückgreifen, die, wie das für die Extremismusprävention entwickelte Spielformat "Augen auf!", an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler anknüpfen.

Die Studierenden nahmen das breite Angebot interessiert zur Kenntnis und gaben den beiden Gästen zahlreiche Einschätzungen aus dem Schulalltag mit auf den Weg.

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Die Reihe Studierende im Dialog mit Praktikern gibt Studierenden die Gelegenheit, die praktische Seite von Politik und politischer Bildung kennen zu lernen. TUM-Studierende waren so schon im Austausch u.a. mit der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, dem FDP-Landesvorsitzenden Martin Hagen Bundestagsabgeordneten Daniel Föst und der Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulz.


Berufliche Bildung - Studierende im Dialog mit Praktikern

29.06.2021

Berufliche Bildung:  Studierende im Dialog mit Praktikern 
Die Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt (FW) und Martin Hagen (FDP) zu Gast an der TUM 
 
Die  Studierende  des  Seminars  „Föderalismus  in  der  BRD“  konnten  Ihre  Kenntnisse  über  den 
deutschen Bundesstaat im Dialog mit zwei Abgeordneten aus dem Bayerischen Landtag ausbauen. 
Am 29. Juni und am 1. Juli 2021 diskutierten ca. 25 Teilnehmende aus dem Studiengang Berufliche 
Bildung  mit  den  Praktikern  aus  der  Landespolitik,  die  auf  Einladung  des  wissenschaftlichen 
Mitarbeiters  Richard  Schenk  das  Seminar  besucht  haben.  Zunächst  erhielten die  Teilnehmenden 
Einblicke  in  die  Arbeit  der  Opposition  und  die  Corona-Politik  Bayerns  durch  den 
Fraktionsvorsitzenden  der  FDP  im  Bayerischen  Landtag,  Herrn  Martin  Hagen  MdL.  Im  zweiten 
Gastvortrag vertieften die Studierenden Ihre Kenntnisse in Diskussion mit dem Vorsitzenden des 
Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie regionale Beziehungen im Bayerischen 
Landtag, Herrn Tobias Gotthard MdL.  
 
Im Mittelpunkt der beiden Besuche standen zwei Aspekte: Erstens sollten die Studierenden Ihre im 
Seminar erworbenen Kenntnisse des föderalen Systems auf konkrete Politikfelder anwenden, so z. B. 
auf die Rolle der bayerischen Landespolitik in der Pandemie-Bewältigung, und zweitens die Arbeit des 
Bayerischen  Landtags  aus  der  Perspektive  einer  Regierungs-  und  einer  Oppositionspartei 
kennenlernen. Die Besuche begannen jeweils mit einem kurzen Impulsvortrag des Gastes, welches 
dann in eine Diskussion mit den Studierenden übergeleitet wurde. 
Im  ersten  Gastvortrag  schilderte  Herr  Hagen  zunächst  die  Rolle  einer  Oppositionsfraktion  in  der 
parlamentarischen Arbeit ausführlich. Er ging ausführlich auf die Tatsache ein, dass die Hauptarbeit 
der  Opposition  darin  besteht,  die  Regierung  durch  parlamentarische  Instrumente  gegenüber  der 
Öffentlichkeit verantwortlich zu halten und Handlungsalternativen zur Regierungspolitik aufzuzeigen. 
Gerade  in  der  Pandemie-Politik  seit  jedoch  diese  Arbeit  durch  die  extensive  Gesetzgebung  über 
Verordnungen – zunächst am Parlament komplett vorbei – erschwert worden. Auch die intensiven 
Absprachen  der  Staatsregierung  auf  Bundesebene  würden  den  Landtag  vielfach  vor  vollendete 
Tatsachen stellen. Dabei nehme die Landespolitik eine intensive Rolle in der Krisenbewältigung ein, z. 
B. im Bildungsbereich, so dass eine parlamentarische Beteiligung an den wesentlichen Entscheidungen 
der Landespolitik unabdingbar sei. Herr Hagen beendete die Diskussion schließlich mit einem Lob an 
das  föderale  System,  welches  gerade  in  Krisenzeiten  eine  Machtkonzentration  auf  einer  Ebene 
verhindern und somit die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger sichern würde.  
Im zweiten Gastvortrag beschrieb Herr Gotthardt zunächst die Rolle einer Fraktion, die als Teil einer 
Koalition in die Regierungsarbeit eingebunden ist. Er schilderte hierbei, wie er als Vorsitzender eines 
Landtagsausschusses  eng  und  vertrauensvoll  mit  der  zuständigen  Ministerin  bzw.  Minister 
zusammenarbeitet.  Jedoch  müssten  die  Freien  Wähler  in  der  Koalitionsarbeit  immer  auch  auf  die 
Verwirklichung der eigenen Politik und Wahrung eines eigenen Profils achten – ein Spagat, der im 
politischen Alltag eine große Herausforderung darstellt. Auch er berichtete, dass die Pandemie zu einer 
gewissen Machtkonzentration in der Exekutive geführt habe, und die Entscheidungsfindung über die 
Ministerpräsidentenkonferenz auf Bundesebene die kleinen Koalitionspartner auf Landesebene vor 
einige  Herausforderungen  gestellt  hat.  Ebenfalls  ging  er  ausführlich  auf  den  intensiven  Austausch 
zwischen er europäischen, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ein, die er mit Beispielen aus der 
Praxis unterstrich. Hierbei wurde insbesondere über bayerisch-tschechischen Beziehungen intensiv 
debattiert. Der „politische Förderband“ zwischen den verschiedenen Ebenen und auch Staaten würde 
zu besseren Politikergebnissen führen, so das Resümee der Diskussion.  


Lateinamerika-Experte Heinz Schulze an der TUM 2019

Berufliche Bildung:

Studierende im Dialog mit Praktikern – Lateinamerika-Experte Heinz Schulze zu Gast an der TUM

Die Teilnehmer/innen des Seminars Die politischen Systeme Lateinamerikas konnten ihre theoretischen Kenntnisse im Dialog mit einem ausgewiesenen Kenner Lateinamerikas vertiefen: Auf Einladung von Dozent Dr. Deniz Anan, assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Professur für Politikwissenschaft, besuchte Heinz Schulze, ehemaliger Entwicklungshelfer und Mitglied im Arbeitskreis Lateinamerika des Nord-Süd-Forums München, die Bachelor-Studierenden mit Unterrichtsfach Sozialkunde.

Heinz Schulze, der drei Jahre seines Berufslebens in Peru verbracht hat, berichtete den Studierenden von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Lateinamerika. Im Vordergrund seines Vortrags stand zum einen die Bildungssysteme, die sich durch ungleiche Bildungsbeteiligung und die wichtige Rolle privater Institutionen mit teils hohen Gebühren auszeichneten. Eine duale Berufsausbildung existiere im Prinzip nicht, Universitäten vermittelten vor allem theoretisches Wissen, so der gelernte Sozialpädagoge Schulze. Andererseits seien die Verdienstmöglichkeiten eines guten Handwerkers mitunter höher als die eines Universitätsabsolventen.

Auch die Korruption stellte einen Schwerpunkt der Diskussion dar: Schulze berichtete darüber, wie Geldzahlungen die Ausstellung von Urkunden o.ä. beschleunige. Bei öffentlichen Aufträgen sei Korruption in Lateinamerika eher der Regel- als der Ausnahmefall. Gleichwohl gingen engagierte Richter und Staatsanwälte gegen diesen Missstand vor und erzielten teils beachtliche Erfolge.

Die Reihe Studierende im Dialog mit Praktikern wird fortgesetzt.


Aufschlussreiche Gespräche mit Studierenden in Belgien

Oktober 2019

Deniz Anan als Gastdozent an der Université de Liège

Auf Einladung von Prof. Geoffrey Grandjean von der rechts- und politikwissenschaftlichen Fakultät der Université de Liège (Lüttich) besuchte Dr. Deniz Anan, assoziierter wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Professur für Politikwissenschaft, vom 1. bis 4. Oktober die dortige Universität, um belgische Politik-Studierende über die politischen Strukturen und das Parteiensystem Deutschlands zu informieren.

Im Mittelpunkt dieser kurzen Gastdozentur standen drei öffentliche Vorträge zu den Grundzügen des politischen Systems, dem deutschen Wahlsystem und der veränderten politischen Kultur seit den Wahlerfolgen der AfD. Die Vorträge stießen auf reges Interesse der Studierenden und von Wissenschaftlern der 1817 gegründeten Universität, die mit 20.000 Studierenden zu den größten im französischsprachigen Teil Belgiens gehört.

Dr. Anan informierte die Zuhörerinnen und Zuhörer zunächst über Grundlagen von Föderalismus, Gewaltenteilung und Gesetzgebung in Deutschland. Hierfür interessiert man sich in Belgien, das 1993 aufgrund der Konflikte zwischen den beiden Gruppen von einem Einheits- in einen Bundesstaat umgewandelt wurde, sehr. Auch die Beschreibung des deutschen Wahlsystems samt den jüngsten Wahlreformen (Einführung von Ausgleichsmandaten auf Bundesebene) war für das Publikum sehr aufschlussreich. Auch in Belgien ist der konkrete Wahlmodus immer wieder Konfliktgegenstand. Schließlich fanden die Studierenden auch die Ausführungen zu den Veränderungen der Parlamentsarbeit infolge des Aufstiegs der AfD sehr interessant – gibt es doch auch in Belgien mit dem Vlams Belang (VB) eine bei Wahlen erfolgreiche Partei am rechten Rand des Spektrums, die von den übrigen Parteien als nicht koalitionsfähig angesehen wird.

Auf dem Programm standen auch die Teilnahme am Doktorandenkolloquium der dortigen Fakultät und ein Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen vom IFRES (Institut de formation et de recherche en enseignement supérieur), dem Lütticher Institut für die Ausbildung von Dozent/inn/en und Lehrer/inn/en an belgischen Universitäten und Hautes Écoles. 


TUM-Studierende zu Besuch bei CSU und Grünen

Berufliche Bildung: Lehramtsstudierende zu Besuch bei CSU und Grünen Im Rahmen des Seminars "Die Parteien in Bund und Land" konnte eine Gruppe von 12 Lehramtsstudierenden ihre theoretischen Kenntnisse durch eine Einsicht in die Praxis vertiefen: Die Studierenden besuchten gemeinsam mit den Dozenten Deniz Anan und Katja Teich vom Fachgebiet Politikwissenschaft (Prof. Wilhelm Hofmann)...